Ziele
Finanzielle Ziele
In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld wollen wir erreichen, dass alle Geschäfte ihre operative Leistungsfähigkeit deutlich ausbauen und dauerhaft einen positiven Wert- und Cashflow-Beitrag für thyssenkrupp erwirtschaften. Insbesondere streben wir an, dass die Geschäfte ihre mittelfristigen finanziellen Ziele erreichen.
Die mittelfristigen Ziele für die Bereinigte EBIT-Marge der einzelnen Segmente lauten wie folgt:
■ Automotive Technology1) – Bereinigte EBIT-Marge von 7 bis 8 %
■ Decarbon Technologies – Bereinigte EBIT-Marge von über 5 %
■ Materials Services – Bereinigte EBIT-Marge von 2 bis 3 %
■ Marine Systems – Bereinigte EBIT-Marge von 6 bis 7 %
Im Zuge der Ausarbeitung des Businessplans für das Segment Steel Europe befindet sich das mittelfristige Ziel für dessen Bereinigte EBIT-Marge (6 bis 7 %) noch in Überarbeitung.
Für den Konzern halten wir auf Basis seiner aktuellen Zusammensetzung insgesamt an den bisher kommunizierten mittelfristigen Zielen fest: Eine Bereinigte EBIT-Marge von 4 bis 6 % und dadurch ein signifikant positiver Free Cashflow vor M&A. Höchste Priorität hat zudem die verlässliche Dividendenzahlung.
Weitere Informationen zu unseren Segmenten und entsprechenden Maßnahmen zur Zielerreichung finden Sie im Wirtschaftsbericht im Abschnitt „Geschäftsverlauf in den Segmenten“.
Weitere Informationen zu unseren Kernsteuerungsgrößen finden Sie in diesem Kapitel im Abschnitt „Unternehmenssteuerung“; Details zur Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr entnehmen Sie bitte dem Prognosebericht.
Nachhaltigkeit und nichtfinanzielle Ziele
Für thyssenkrupp ist Nachhaltigkeit ein wesentliches Element seines Leitbilds und integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Unser Ziel ist, weltweit innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen anzubieten, die zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden beitragen. Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement wird von der Konzernfunktion Sustainability koordiniert. Gemeinsam mit anderen Konzernfunktionen, Service Lines und Segmenten werden kontinuierlich die Anforderungen unserer Stakeholder ermittelt und entsprechende Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung unserer Nachhaltigkeits-Performance abgeleitet. Gesteuert werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten bei thyssenkrupp vom Sustainability Committee, das sich aus dem Vorstand unseres Konzerns, den CEOs der Segmente und Leitern der Konzernfunktionen sowie internen Experten zusammensetzt. Das Sustainability Committee entscheidet über die Weiterentwicklung bestehender und die Umsetzung innovativer Maßnahmen sowie über die sogenannten nichtfinanziellen Ziele (non-financial targets, NFT). Für die Umsetzung der Maßnahmen sind die Konzernfunktionen, Service Lines und Segmente verantwortlich; sie berichten regelmäßig über den Fortschritt.
Zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Einkauf, Mitarbeitende, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Soziale Verantwortung und Compliance informieren wir ausführlich in den jeweiligen Kapiteln des Geschäftsberichts sowie auf unserer Website. Zusätzlich hat thyssenkrupp im Berichtsjahr die Vorbereitung der zukünftigen Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der europäischen Verordnung Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) vorangetrieben. Die neue Verordnung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wird für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2024 für Unternehmen stufenweise verpflichtend eingeführt und der Umfang und die Qualität der berichtspflichtigen Angaben deutlich ausgeweitet. Zur Vorbereitung der erstmaligen Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß CSRD für das Geschäftsjahr 2024 / 2025 der thyssenkrupp AG und ihrer Konzernunternehmen wurde eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Sie erfordert zum einen die Identifizierung und Bewertung tatsächlicher und potenzieller negativer und positiver Auswirkungen unserer Geschäftsaktivitäten auf Mensch und Umwelt und zum anderen die Identifizierung und Bewertung von Risiken und Chancen von Nachhaltigkeitsthemen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Relevanz für thyssenkrupp. Ein Thema ist berichterstattungspflichtig, wenn es aus der Sicht einer oder beider Perspektiven als wesentlich bewertet wurde. Im Rahmen weiterer CSRD-Projekte haben wir die neuen Anforderungen analysiert und die Implementierung vorangetrieben, um die zukünftigen Berichtspflichten zu erfüllen. Informationen zur Vorbereitung auf die CSRD-Berichterstattung über die eigene Belegschaft finden Sie im Kapitel „Mitarbeitende“.
Das Sustainability Committee hat in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt, Technologie und Innovationen, Mitarbeitende und Einkauf NFTs beschlossen. Die Jahresziele werden in Absprache mit den Segmenten festgelegt, die die Zielerreichung verantworten und gemeinsam mit den Geschäften die Umsetzung vorantreiben. Seit dem Geschäftsjahr 2020 / 2021 werden die Nachhaltigkeitsaktivitäten über die NFTs schrittweise in der Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte berücksichtigt. Bereits in diesem ersten Geschäftsjahr ist das im Hinblick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen und die Unfallhäufigkeit geschehen. Seit dem Geschäftsjahr 2021 / 2022 ist zur Abbildung unserer Klimaziele die CO2-Emissionsintensität des Konzerns, die sich aus der Summe unserer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen aus Energiebezug (Scope 2) bezogen auf den Umsatz berechnet, ohne das Segment Steel Europe in die Langfristvergütung integriert. Für das Segment Steel Europe wurde entsprechend die Menge bilanziell CO2-reduzierten Stahls in die Langfristvergütung übernommen. Die Menge bilanziell CO2-reduzierten Stahls bestimmt sich durch reduzierten Kohlenstoffeinsatz am Standort Duisburg und dadurch realisierte CO2-Einsparungen, die auf die Produktionsmenge allokiert werden. Für das Geschäftsjahr 2022 / 2023 haben wir die Verbesserung unseres employee Net Promoter Score (eNPS) erstmalig und die Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen erneut in die Langfristvergütung integriert. Der thyssenkrupp eNPS ist Teil unserer jährlichen Mitarbeiterbefragung, des Employee Pulse Checks, und gibt Auskunft über die Bereitschaft, thyssenkrupp als Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Seit dem Geschäftsjahr 2023 / 2024 haben wir über die Kennzahl „High Risk Supplier Reduction (HSR)“ die jährliche Reduzierung des relativen Anteils der – auch nach eventuellen risikoreduzierenden Maßnahmen – weiterhin als risikobehaftet kategorisierten Lieferanten an der Grundgesamtheit der potenziell risikobehafteten Lieferanten in die Langfristvergütung implementiert. Die Risikokategorisierung basiert auf der durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) geforderten Risikoanalyse. Damit möchten wir das Risiko für Verletzungen der im LkSG beschriebenen Rechtspositionen im Hinblick auf Umweltschutz, Menschenrechte und Arbeitssicherheit innerhalb unseres Lieferantenportfolios generell reduzieren. Soweit ferner bei der einmal jährlich sowie anlassbezogen durchgeführten Risikoanalyse Risiken festgestellt werden, sind diese durch unverzüglich aufgesetzte Maßnahmen im Einklang mit den Vorgaben des Gesetzes schnellstmöglich zu reduzieren. Weitere Informationen zur Durchführung unserer Risikoanalyse finden Sie im Kapitel „Einkauf“, Abschnitt „Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement“. Für das laufende Geschäftsjahr 2024 / 2025 haben wir die kontinuierliche Verbesserung der Unfallhäufigkeitsrate aufgrund ihrer Bedeutsamkeit erneut in die Langfristvergütung integriert. (Näheres dazu finden Sie auch im Vergütungsbericht). Alle bestehenden NFTs werden mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung verfolgt und im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung stetig angepasst und erweitert.
Mit Blick auf die Erreichung der jährlichen Zielwerte unserer NFTs können wir wie folgt berichten: Den Zielwert für Energieeffizienz haben wir im Geschäftsjahr 2023 / 2024 deutlich übererfüllt. Für die Emissionsintensität des Konzerns ohne das Segment Steel Europe lautete das Ziel im Berichtsjahr, die Emissionsintensität um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 35,5 t CO2 pro Mio € Umsatz zu senken. Dieses Ziel wurde mit einer Emissionsintensität von 31,1 t CO2 pro Mio € Umsatz übertroffen. Bezogen auf das Segment Steel Europe lautete das Ziel im Berichtsjahr, 150.000 t bilanziell CO2-reduzierten Stahl zu produzieren; dieser Zielwert wurde mit der Produktion von 205.000 t übererfüllt. Die bereinigte F&E-Quote ist leicht auf 2,9 % gestiegen und lag somit im Bereich des Unternehmensziels von rund 3,0 %. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wurde kontinuierlich gesteigert und die Zielvorgabe von 15 % übererfüllt. Das jährliche Stimmungsbild zur Mitarbeiterzufriedenheit, basierend auf der Bereitschaft, thyssenkrupp als Arbeitgeber weiterzuempfehlen (eNPS) erreichte nicht dasselbe Niveau wie im vorangegangenen Jahr. Die Unfallhäufigkeitsrate konnte mit einem Wert von 2,4 das selbst gesteckte Ziel nicht erfüllen. Bei der HSR konnte der relative Anteil der als risikobehaftet kategorisierten Lieferanten auf 57,0 % reduziert werden, was einer Verbesserung um insgesamt 29,9 Prozentpunkte entspricht; der Zielwert wurde damit übererfüllt.
1) Ohne Automation Engineering und Springs & Stabilizers
Für das laufende Geschäftsjahr 2024 / 2025 streben wir Energieeffizienzgewinne in Höhe von mindestens 125 GWh an. Die Emissionsintensität des Konzerns ohne das Segment Steel Europe soll jährlich um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO2 pro Mio € Umsatz im Geschäftsjahr 2024 / 2025 gesenkt werden. Bezogen auf das Segment Steel Europe soll die Menge bilanziell CO2-reduzierten Stahls bis Ende Geschäftsjahr 2024 / 2025 auf 500.000 t und somit deutlich erhöht werden. Die bereinigte F&E-Quote soll im laufenden Geschäftsjahr 2024 / 2025 bei rund 3,0 % liegen. Zur Stärkung von Frauen in Führungspositionen im gesamten Unternehmen streben wir bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 eine Steigerung ihres Anteils auf 17 % an. Als Indikator für die Mitarbeiterzufriedenheit streben wir beim eNPS bis zum Geschäftsjahr 2025 / 2026 eine kontinuierliche Verbesserung auf einen positiven Wert an. Bei der Reduzierung von Nachhaltigkeitsrisiken in unserem Lieferantenportfolio mithilfe unserer Maßnahmen, über die wir in Form der Kennzahl HSR berichten, soll bis zum Geschäftsjahr 2026 / 2027 ein Wert von 36,4 % erreicht werden, was ab der Implementierung des Zielwerts im Geschäftsjahr 2023 / 2024 einer Verbesserung um insgesamt knapp 50 Prozentpunkte entspricht. Ab dem laufenden Geschäftsjahr wird auf Konzernebene die Verbesserung der Unfallhäufigkeitsrate auf 1,9 bis zum Geschäftsjahr 2027 / 2028 entsprechend ihrer erneuten Integration in die Langfristvergütung des Vorstands und der Führungskräfte als NFT fortgeführt.
Quelle: thyssenkrupp Geschäftsbericht 2022/2023, S. 34-37
Übersicht zu den nichtfinanziellen Zielen
thyssenkrupp | 30.09.2023 | 30.09.2024 | Veränderung | Kapitel |
Jährliche Energieeffizienzgewinne von 205 GWh in 2023 / 2024 und 125 GWH in 2024 / 2025 | 340 | 360 | +6% | Klima, Energie, Umwelt |
Jährliche Senkung der Emissionsintensität um 1 t CO2 pro Mio € Umsatz auf 34,5 t CO2 pro Mio € Umsatz im GJ 2024 / 2025 | 31,2 | 31,1 | -0,3% | |
Bereinigte F&E-Quote von nachhaltig rund 3,0% | 2,8 | 2,9 | +0,1%-Pkte. | Technologie und Innovationen |
Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen um mindestens 1 % pro Jahr auf insgesamt 17 % bis 2025 / 2026 | 14,6 | 16,1 | +1,5%-Pkte. | Mitarbeitende |
Reduktion der Unfallhäufigkeitsrate auf insgesamt 1,9 bis 2027 / 2028 | 2,4 | 2,4 | 0% | Mitarbeitende |
Erreichung einer High Risk Supplier Reduction von 36,4% bis 2026 / 2027 | - | 57,0% | - | Einkauf |
Steigerung des employee Net Promoter Scores auf einen Wert > 0 bis 2025 / 2026 | -4 | -5 | - |